Zum Inhalt springen

Franco-Umbettung: Hilfe vom Vatikan?

Der faschistische Diktator und Mörder von zigtausenden Menschen soll nach Wunsch der Franco Familie in der Kathedrale von Madrid beerdigt werden.

Die katholische Kirche in Spanien ist rechtsextrem, so muss man das leider formulieren. Sie war gegen die Exhumierung des Leichnams des faschistischen Diktators Franco und wehrt sich nicht gegen die Idee, den Menschenschinder in der Kathedrale von Madrid zu beerdigen.

Die Familie des personifizierten Bösen Spaniens, Franco, hat in der Kathedrale “La Almudena” in der Innenstadt von Madrid eine lebenslange Grabstätte gekauft. Diese Krypta ist das Familiengrab des rechtsradikalen Clans und dort ist auch schon die Tochter des Generals Franco beerdigt.

Dort läge der Leichnam Francos in der Nähe der Grablege des Königshauses, die offenbar auch wenig Probleme damit zu haben scheint. Aber vor allem die Kirche scheint damit kein Problem zu haben – ein Affront gegenüber der Demokratie, die der katholische Kirche Spaniens offenbar nicht sehr am Herzen liegt. Der Erzbischof von Madrid, Carlos Osoro, sieht keine Möglichkeit, die Umbettung in die Kirche zu verhindern. Es sei sein gutes Recht und damit habe der Erzbischof auch kein Problem. Man sehe seinen rechtmäßigen Sitz aber im Tal der Gefallenen, dem Monument, wo er derzeit begraben ist, so Osoro. Franco wäre ein vorbildlicher Christ gewesen, so formulierte es Osoro bereits.

Die Exhumierung des spanischen Diktators Francisco Franco aus dem Tal des Gefallenen wird damit für die PSOE-Regierung noch komplizierter. Dabei ist es doch ein Skandal – man überlege, es gäbe ein monumentales Grab für den Massenmörder Hitler in Berlin.

Das Mausoleum ist ein Wallfahrtsort für die Faschisten in Spanien. Die Umbettung in die Kathedrale von Madrid wäre eine ähnliche Situation und damit gegen die Idee, sich der Franco-Relikte zu entledigen. Es würde zu einer weiteren Wallfahrtsstätte für den spanischen Faschismus werden.

Nun wendet sich der spanische Regierungschef an den Vatikan. Dafür reist eine Delegation nach Rom. Dabei soll es aber nicht um ‘Schützenhilfe’ gehen, die Umbettung in die Kathedrale zu verhindern, sondern um einen diesbezüglichen Dialog einzuleiten. Bis zum Ende des Jahres, so das Versprechen, sollte eine Lösung gefunden werden.

Des Weiteren soll auch die Eigentümerschaft der Immobilie der Kathedrale infrage gestellt werden. Denn das Gelände bekam die Kirche wegen eines Gesetzes, das Franco auf die Kirche zugeschnitten hatte und das als illegal angesehen wird. Neben dem Areal gehört der katholischen Kirche auch die Immobilie der Moschee-Kathedrale von Córdoba, sowie Landhäuser und sogar eine Bergspitze im Baskenland.