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Spionagenetzwerk enttarnt

In Spanien ist ein Spionagenetzwerk entdeckt worden, an dem auch Polizeiangehörige beteiligt waren.

Über 20 Jahre lang, wurden politische Akteure, Geschäftsleute, Richtende und Personen der Medien überwacht. Das Netzwerk “Molen” (sinngemäß: einen Gefallen tun) bestand aus fünf Polizeikräften und einer Person der Steuerbehörde. Angeführt wurde das Überwachungsnetzwerk von dem pensionierten Polizeichef: José Manuel Villarejo.

Er steht im Zentrum des Spionagenetzwerks. Die Gruppe überwachte Telefone, machte Aufnahmen von den Zielpersonen und griff anderweitig in die Privatsphäre wichtiger Entscheidungstragender ein. Pro Auftrag verdiente man 300.000 Euro und die Nutznießenden fanden sich in einer Anwaltskanzlei.

Dort fanden sich offenbar die Kunden ein, die etwas gegen ihre Gegner in der Hand haben wollten. Das Netzwerk “Molen” verfügte offenbar auch über Kontakte bei Banken, Telekommunikationsdienstleistern und eben auch beim Finanzamt. Derart kamen Steuer- und Bankunterlagen sowie Telefongespräche zusammen. Zu den Finanzinstituten zählte offenbar auch die zweitgrößte Bank Spaniens: die BBVA.

Villarejo soll sogar aus der Untersuchungshaft heraus agiert haben und brachte unter anderem den spanischen König Juan Carlos I oder den Justizminister Dolores Delgado in Bedrängnis. Außerdem erging ein Drohbrief an den derzeitigen Regierungschef Pedro Sánchez. Darin schrieb Villarejo, er würde dessen düsteres Geheimnis offenbaren und ihn zum Staatsfeind Nummer 1 zu machen.

Weitere Personen des Spionagerings werden nun überwacht. Dazu gehören zwei weitere Personen der Polizei Granadas.