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Konservative protestieren gegen ein Theaterstück in Madrid

Die Konservativen sind empört, weil eine man Gott als eine Frau darstellt.

Ein Theaterstück in Madrid hat den vielsagenden Namen “Dios tiene una vagina” – zu Deutsch: Gott hat eine Vagina. Das ist Ketzerei für die Konservativen in Spanien, die vor dem Kulturzentrum Matadero in Madrid, in dem das Stück aufgeführt wird, protestieren. Sie beten mit Rosenkränzen in den Händen vor dem Ort des Frevels.

Zwar konnten die Kreativen das Stück ungestört aufführen, doch die spanische Vereinigung christlicher Rechtsanwälte hat angekündigt, eine Klage gegen das Rathaus von Madrid und die Schöpfer der Arbeit wegen Verletzung religiöser Gefühle zu erheben. Das ist nicht das erste Mal, dass sie das tun. Schon die Beleidigung von Gott ist in Spanien eine Straftat und wird von den Konservativen gerne angezeigt.

Ja, wir reden von Spanien des 21. Jahrhunderts! Und die Klagemöglichkeit wegen Blasphemie abzuschaffen, stand auf der ToDo-Liste der aktuellen Regierung. Aber ob der vorgezogenen Neuwahlen dürfte das schwer werden.

Ein weiterer Dorn im Fleisch der Konservativen ist, dass die Schauspielenden auf der Bühne nackt sind. Das Stück wird schon seit 2017 aufgeführt und war schon in Valencia, beim Reims Festival in Frankreich und in Mexiko City zu Gast.

Zuvor hatten die Konservativen eine Petition eingereicht, dass die Bürgermeisterin von Madrid, Manuela Carmena, die Aufführung verbieten sollte. Man verwies darauf, dass auch Kinder anwesend sein könnten. Auch die katholische Organisation Hazte Oír (Mach Dich bemerkbar), die gegen ein Gesetz gegen Gewalt gegenüber Frauen mobil machte, fordert das Verbot des Theaterstücks. Sie sehen darin ein Sakrileg gegen die Semana Santa (Heilige Woche = Ostern).