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Spaniens maurische Geschichte I – Entwicklung

Vom 8. bis zum 15. Jahrhundert war der größte Teil der iberischen Halbinsel unter der Herrschaft der islamischen Mauren. Ein kurzer geschichtlicher Überblick.

Im 8. Jahrhundert setzten die islamisch geprägten Armeen der Stämme der Mauren und der Araber über die Meeresenge von Gibraltar über. Sie eroberten weite Teile der iberischen Halbinsel, was es bis zur sogenannten Reconquista auch blieb. Noch heute zeugt der Name der Provinz Andalusien davon, wo die meisten maurischen Kunstwerke zu finden sind. Beispiele dafür sind die Alhambra in Granada und die Moschee/Kathedrale in Cordoba.

Eroberung durch die Mauren

Als die Mauren und Araber im Jahr 711 in der Nähe von Gibraltar anlegten, hatten die Westgoten seit dem Ende des römischen Imperiums die Macht in dieser Gegend inne. Die Westgoten kamen zusammen mit anderen germanischen Stämmen in der sogenannten Völkerwanderung nach Spanien.

Der Anführer der maurischen Truppen war Tāriq ibn Ziyād. Nach ihm ist auch der Felsvorsprung von Gibraltar benannt, ursprünglich Berg von Tariq. Zusammen mit anderen Stämmen aus dem Norden Afrikas, wie den Berbern, griff er die Westgoten an. Diese waren durch innere Zerrissenheit geschwächt und die arabischen Armeen konnten schnell viel Land gewinnen.

Die Mauren brauchten nur vier Jahre für die Eroberung und kamen bis zu den Pyrenäen. Nur ein kleines Stückchen Land im Nordwesten konnte sich widersetzen. Die Mauren hatten außerdem eine neue Waffentechnik und zuweilen schlossen sie auch Bündnisse mit den unterschiedlichen Adeligen vor Ort. Bei manchen waren die gotischen Herrscher auch nicht willkommen.

Im Jahr 732 marschierten die Mauren über die Pyrenäen, doch die Franken drängten sie zurück. Fortan versucht man sich nicht mehr militärisch, jedoch mit einigem politischen Geschick klappt auch die Einflussnahme über die Pyrenäen hinweg. Al Andalus, also die maurischen Teile der iberischen Halbinsel werden zunächst in das Kalifat Damaskus eingegliedert. Der Name Al Anadalus, der später zu Andalusien wird, bedeutet sinngemäß „den Gott beschütze“.

Auch die Adeligen im heutigen Asturien können sich den Mauren erwehren und gründen das Königreich Asturien, Léon und Galicien, was im 10. Jahrhundert zum Königreich Léon wurde. Kastilien erklärt sich daraufhin unabhängig. Auch auf der anderen Seit, war Barcelona bis zu den Pryrenäen kein Teil des Kalifats. Das gotisch-christliche Königreich breitet sich bis Galicien aus, die von Mauren eher toleriert werden. Zwischen drin gab es eine Art entmilitarisierte Gegend, so dass es einen gegenseitigen Schutzpuffer gab.

Es gab es viele Vermischungen der beiden Kulturen, doch reichte der religiöse Unterschied des Öfteren als Kriegsgrund her. Es gab Strömungen für eine Verständigung der Religionen und es gab Strömungen, die sich gegenseitig die Existenzberechtigung aberkennen wollten. Wie sooft fanden letztere mehr Gehör und so verbreitet sich die Idee, dass die Aberkennung Jesus als Gottessohn (im Islam ist er nur ein Prophet), eine Ketzerei darstelle. Was man mit Ketzern machte, ist ja auch bekannt.

Vor allem die Kirche betrieb in den christlichen Teilen Spaniens den Versuch der Rückmissionierung. Aus dieser Situation der Ablehnung des Islam und dem entgegenzuwirken entstand eine neue Kirche in der Gegend von Asturien. Außerdem fand man  in Galicien noch das Grab des heiligen Jakobus, dessen Besuch bis heute eine der bekanntesten Wallfahrten darstellt: Den Jakobsweg. Damals, bei den reliquienbegeisterten Christen,  war das eine Goldgrube und so konnte man damit viel Geld anhäufen. Eine neue Kirche in Santiago de Compostela wurde dessen Grabstätte. Erst später wird es dann zum Symbol des Widerstands gegen den Islam.

Teil II folgt bald…

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Spanien im Kurz-Überblick

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Besondere spanische Feiertage:

  • 6. Januar - Drei Könige (Reyes Magos)
  • 1. Mai - Tag der Arbeit (Dia del trabajo)
  • 15. August - Maria Himmelfahrt (Asunción)
  • 12. Oktober - Tag der Hispanität (Dia de la Hispanidad)
  • 6. Dezember - Tag der spanischen Verfassung (Dia de la Constitución Española)
  • 8. Dezember - Maria Empfängnis (Inmaculada Concepción)

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